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Der letzte Pfeil

Seit dem Fund der Gletschermumie vom Tisenjoch im Jahre 1991 dauert diese kriminaltechnische Untersuchung an, seit 2001 weiß man, dass Ötzi mit einem Pfeil in den Rücken getötet wurde. Seitdem fragen sich die Wissenschaftler und die interessierten Laien: Warum musste der Mann vor 5300 Jahren sterben? Mit dem Thriller „Der letzte Pfeil“ wird diese Frage literarisch beantwortet: Der Mörder selbst erzählt, was damals geschehen ist in den Bergen, die man später „Die Alpen“ nannte.

Die Talsippe rettet einen Mann vor den Wölfen, der besondere Fähigkeiten besitzt: Er sagt nicht das, was er denkt. Sondern das, was ihn seinem Ziel näher bringt. Er geht durch glühende Kohlen, er kennt das Geheimnis des „Sonnensteins“, er spielt die Sippen gegeneinander aus. Es scheint, als könne niemand diesen Zauberer besiegen…

Diese straff erzählte Geschichte ist ein Sprach- und Gedankenexperiment: Können sich die Leserinnen und Leser hineinversetzen in eine Zeit lange vor Homer und dem Gilgamesch-Epos? Können sie mitleiden, wenn durch die Entdeckung des „Sonnensteins“ die bewährten gesellschaftlichen Gefüge in kürzester Zeit ins Wanken geraten? Können sie die Motive des Täters nachempfinden in einer Zeit, in der Recht, Ethik und Moral erst erfunden wurden?

Damals, am Wechsel zwischen Jungsteinzeit und Bronzezeit, entwickelte sich mit der Sesshaftwerdung und der Spezialisierung der Menschen auch das gesellschaftliche Urvertrauen, mit dem wir heute in einen Bus einsteigen und selbstverständlich davon ausgehen, dass der Fahrer in der Lage ist, uns ans Ziel zu bringen. Seitdem wird dieses Vertrauen auch immer wieder missbraucht.

Am 6. Mai 2017 in Graz wurde "Der letzte Pfeil" von der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur Syndikat aus 104 Einsendungen zum Friedrich-Glauser-Preises (Debut) 2017 gewählt.

Erschienen 2016 im Emons-Verlag Köln